Gute Fotos Teil III Kameraeinstellungen

Zu guter Letzt: Die Grundlagen der Kameraeinstellungen

Als letzter der drei Beiträge zum guten Foto, kommen die von vielen oft fälschlicherweise als wichtigstes angesehenen Kameraeinstellungen. Werden aber die beiden vorherigen Teile (eins und zwei) beachtet, sind diese nur noch eine Ergänzung, um die technische Qualität der Fotos zu steigern, mehr nicht. Selbst das teuerste Kamera Equipment kann kein gutes Foto erstellen. Dies ist nur Wunschdenken und Illusion und mit meine wertvollste Erfahrung, die ich auf meinem Irrweg gelernt habe. Von den Kameraherstellern mit jährlichen hunderten neuen Modellen wird dies verständlicherweise anders dargestellt und beworben.

Falls noch am Teil zwei geübt wird, empfehle ich die Kameraeinstellungen auf „Automatik“ zu stellen und sich hier erst näher zu vertiefen, wenn die Gestaltung der Fotos schon zufriedenstellend ist.

Ich gehe nur auf die allerwichtigsten und Kamera unabhängigen Einstellungen ein.
Hier kommen die drei: Die Blende, die Verschlusszeit und die ISO Einstellung.

1. Blende

Mit der Blendeneinstellung legt man fest, wie groß der Bereich sein soll, der scharf wird. Man spricht auch von Schärfentiefe. Man kann es sich ganz einfach merken. Eine kleine Zahl bei der Blendeneinstellung bewirkt auch einen kleinen Schärfebereich, eine große Zahl dementsprechend einen großen Schärfebereich. Normale Objektive können oft von Blende 2,8 bis Blende 22 eingestellt werden. Sehr gute, und man spricht hier auch von lichtstarken Objekten, gehen auch bis 1,4 oder weniger.

Zum Verständnis drei identische Fotos mit lediglich unterschiedlicher Blendeneinstellung. Danach sollte klar sein, was die Blende prinzipiell bewirkt. Sie ist zum großen Teil mitverantwortlich für die Bildgestaltung.

Kameraeinstellungen
Blende 2,8 – Nur der vordere Bereich ist scharf. Selbst die kleine Vase ist schon unscharf. Verschlußzeit von der Kamera gewählt 1/50 Sekunde
Kameraeinstellungen
Blende 8 – Der vordere Bereich und auch die kleine Vase ist nun scharf. Verschlußzeit von der Kamera gewählt 1/6 Sekunde
Kameraeinstellungen
Blende 22 – Nun ist der gesamte Bereich durchgehend scharf. Verschlußzeit von der Kamera gewählt 1/3 Sekunde

Will man hauptsächlich mit der Blende arbeiten, stellt man die Kamera auf dem Moduswahlrad auf „A“ oder „M“ wie manuell. Bei „A“ wird die Kamera dann alle anderen Einstellungen automatisch vornehmen, bei „M“ muss man dies selbst in die Hand nehmen. Zu beachten ist, je größer man den Blendenwert wählt, desto mehr Licht muss vorhanden sein und desto länger wird die Verschlusszeit. Wird diese zu lange, kann man das Foto nicht mehr verwackelungsfrei von Hand erstellen und braucht ein Stativ oder eine Auflage. Das zweite, aber spätestens das dritte Bild, könnte nicht mehr verwackelungsfrei von Hand aufgenommen werden.

2. Verschlusszeit

Die Verschlusszeit legt fest, wie lange Licht auf den Sensor der Kamera trifft. Moduswahlrad in den Kameras heißen meist „S“ und analog zu vorher wird hier die Blende automatisch gewählt. In den meisten Fällen, will man ein scharfes Foto und daher reichen für nicht bewegende Motive 1/60 Sek. aus. Je mehr und je schneller sich das Motiv bewegt, desto kürzer ist die notwendige Verschlusszeit für scharfe Bilder. Auch hier kann man die jeweiligen Einstellungen für die Gestaltung nutzen. Ein Bach oder Wellen am Meer bei denen jeder Tropfen knack scharf zu sehen ist (Verschlusszeit kleiner als z.B. 250/sek. ), kann genau so schön sein, wie das gleiche Foto mit einem weichen fließenden und wolkenartigen Bild (Verschlusszeit z.B. größer 0,5 Sek.).

Verschlußzeit kurz
Verschlußzeit kurz
Verschlußzeit lang
Verschlußzeit lang

Verwendet man die Kameraeinstellung „A“ um die Blende einzustellen, muss darauf geachtet werden, dass die Verschlußzeit, die jetzt automatisch von der Kamera übernommen wird, nicht unter die notwendige Zeit fällt, die noch von Hand für ein scharfes Foto gehalten werden kann. Diese liegt normalerweise bei ca. 1/60 Sekunde. Bei Kameras, die über eine Stabilisierung verfügen, kann diese Zeit auch noch etwas länger sein, um nichts zu verwackeln.

3. ISO

Die ISO Zahl stellt die Lichtempfindlichkeit des Sensors ein. Fällt die Verschlusszeit aus oben genannten Gründen unter die Zeit, die man von Hand noch verwackelungssicher halten kann, wird die ISO Zahl manuell hochgesetzt oder dies automatisch der Kamera überlassen. Die Verschlußzeit kann dann wieder kürzer gewählt werden bzw. bei Modus „S“ die Blende wieder kleiner. Der Nachteil hierbei, es wird mehr oder weniger starkes Bildrauschen erzeugt. Generell gilt aber immer: Die ISO Zahl immer so niedrig wie möglich einstellen.

Kameraeinstellungen

Damit bin ich am Ende meiner auf das Mindestmaß eingedampften Wissensvermittlung zum Thema Fotografieren und „wie erstelle ich ein gutes Foto“.  Alle anderen tausend möglichen Kameraeinstellungen, die viele viele neue und auch sehr interessante Möglichkeiten bieten, empfehle ich erst dann zu nutzen, wenn man die vorher erklärten versteht und auch ohne viel Überlegung praktisch nutzen kann.

Ich möchte noch erwähnen, dass auch mit guten Handy-Apps die obigen Einstellungen manuell eingestellt werden können. Vielleicht nicht ganz so frei und umfangreich wie mit „normalen“ Kameras, aber wenn man sich damit ein wenig beschäftigt, sind erstaunliche und bessere Ergebnisse zu erzielen, als mit der meist bei Handys verwendeten Vollautomatik. Hier noch ein paar Tips von mir.

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