Mein großer Kamera Vergleich

Mein Kamera Equipment deckt alle meine relevanten Anforderungen ab. Nun möchte ich an einem Kamera Vergleich herausfinden, wieviel oder wie wenig sich diese doch fundamental unterschiedlichen Geräte, bei den grundlegenden fotografischen Aufgaben unterscheiden. Es geht nicht darum, die beste Kamera zu finden, die gibt es nicht, alle Kameras haben spezielle Eigenschaften und werden für diese eingesetzt.

Ich will aber wissen, wie es wäre, wenn ich nur jeweils eine der Kameras hätte und damit die verschiedenen Aufnahmen erstellen müsste. Dazu erstelle ich drei Fotos. Eines mit einer Brennweite von 50 mm. Dies soll das Standard Foto darstellen. Dann ein Nahbereichsfoto und ein Telefoto mit einem Motiv in 112 m bzw. 550 m Entfernung. Die Fotos werden jeweils so erstellt, dass das Motiv immer komplett und bildfüllend abgelichtet wird, wenn möglich.

Kamera Vergleich Hardware und Einsatzzwecke

Olympus OM-D E-M5 Mark II
Ich verwende sie für Makroaufnahmen mit Fokusstacking, sowie für hochauflösende Aufnahmen und Normalfotos mit vielen Details. Von den Einstellmöglichkeiten über die Erweiterungsfähigkeit und der Qualität der Fotos, gefühlsmäßig die beste Kamera. Siehe auch Vergleichstest mit dem großem Bruder.

Sony RX-10 IV
Die für mich optimale Reisekamera für unterwegs und Wanderungen, sowie für alles, was schnell und durchgehend fokussiert werden muss. Die Geschwindigkeit von Autofokus und Serienbildfunktion bietet keine andere Kamera bei dieser Qualität. Außerdem großer Telebereich 24 bis 600 mm.

Nikon P1000
Nutze ich ausschließlich für Beobachtungen als Fernglas weitab von 1000 mm bis 3000 mm und wenn etwas ruhig da sitzt, auch einmal ein Foto zur Dokumentation oder auch kleine 4K Telebereichs-Filme.

Smartphone Huawei P20 Pro
100% immer dabei und muss dafür für alles herhalten, wenn keine andere Kamera vorhanden ist, nach dem Motto „Die beste Kamera ist immer die, die man dabei hat“.

Generelles

Für den Kamera Vergleich habe ich wie immer die Fotos in Lightroom hinsichtlich Farbe, Helligkeit und Kontrast entwickelt, da ich immer in RAW aufnehme, um je nach Kamera, alles herauszuholen, was möglich ist. Die P20 Pro Fotos habe ich nicht im RAW Modus erstellt, da diese nicht besser werden und nicht mehr rauszuholen ist. Die interne jpg Verarbeitung ist hier schon optimal.

Der Telebereich

Hier ein Foto der Ausgangslage, um die Entfernungen einschätzen zu können.

Ausgangslage Olympus 50 mm Brennweite für Kamera Vergleich
Der Baum in der Mitte hinten ist das Ziel für den Telebereich

Ziel ist es, den Baum der 110 m entfernt ist, formatfüllend abzulichten. Wenn nötig (Handy und Olympus), ausschneiden (croppen) des Motivs, um den gesamten Baum zu erhalten. Bei der Olympus habe ich nur das normale 12 – 40 mm Objektiv verwendet. Natürlich wären hier spezielle Teleobjektive möglich. Dafür sind aber die anderen Kameras zuständig 😉 Insofern ist der Test natürlich unfair, das betrifft in diesem Fall aber auch das Handy.

Nikon P1000 Kamera Vergleich
Nikon P1000 Zoom entspricht 324 mm Brennweite
Sony RX10_IV Kamera Vergleich
Sony RX10_IV Zoom entspricht 307 mm Brennweite
Olympus im Kamera Vergleich
Olympus 40 mm hochauflösender Modus und ausgeschnitten
 Olympus im Kamera Vergleich
Olympus 40 mm Normalmodus
Huawei P20 pro im Kamera Vergleich
Handy Huawei P20 Pro

Bewertung

Beim Telebereich zeigen sich interessante Ergebnisse. Nimmt man auch die Olympus Fotos im hochauflösenden Modus auf, der jedoch nur bei absoluter Windstille verwendet werden kann (wie man sieht), liegt die Olympus mit nur max. 40 mm Brennweite im mittleren Telebereich sogar mit vorne dabei, schafft also Fotos für die die anderen ca. 300 mm Brennweite benötigen. Ohne diesen Modus liegt die Sony vorne, gefolgt von der Nikon, die hier versucht, das auszuspielen wofür sie gebaut wurde, aber im kleinen Telebereich von 250 – 350 mm dennoch nicht ganz vorne mithalten kann. Es fehlt vor allem an den Farben. Der Baum besteht hier scheinbar aus nur einer Farbe, die Sony zeigt hier viel mehr.

Die Olympus im Normalmodus folgt, da das 12 – 40 mm Objektiv natürlich nichts mit Tele zu tun hat, aber das hatten wir ja schon. Bemerkenswert ist jedoch, daß trotz der nur 40 mm noch ein einigermaßen Foto zustande kommt. Dem Handy geht hier vollends die Puste aus. Foto kann man das nicht mehr nennen, auch nicht Malerei.

Anmerkung

Das neueste Huawei P20 sollte hier wesentlich besser abschneiden, denn dieses hat einen fast verlustfreien Hybridzoom. (135 mm Brennweite) mit Prisma zur Umlenkung, um den dafür notwendigen Bauraum zu schaffen. Ein Test dazu wäre mit Sicherheit interessant, aber mein Vertrag geht noch etwas länger. Für „nur“ Handy Anwender rückt die All-in-One-Alternative damit noch näher heran. Sobald ich meinen Vertrag wechsle und das Handy zur Verfügung habe, erfolgt sofort dieser Test 🙂

Extremer Telebereich

Geht man weiter in den Telebereich, holt die Nikon schnell auf und tauscht dann die Plätze mit der Sony. Die Olympus und das Handy lassen wir bei diesem Test außen vor, da dieser Bereich absolut nicht mehr geeignet dafür ist. Ich nehme mir einige Blätter des Baumes vor, nutze erst die max. 600 mm der Sony und zoome mit der Nikon dann auf den gleichen Bereich. Hier schneidet die Sony noch etwas besser ab als die Nikon. Vermutlich auf Grund des hervorragenden Zeiss Objektives und den größeren Sensors. Die Farben haben noch mehr Nuancen und sind intensiver. Auch die Schärfe ist bei der Sony noch etwas besser.

Sony 600 mm
Sony 600 mm
Nikon
Nikon auf gleichen Bereich gezoomt

Nun nehme ich mir nur wenige Blätter vor, die Sony mit max. 600 mm und die Nikon mit 3000 mm Brennweite. Das Sony Foto muss ich natürlich jetzt auf diesen Bereich croppen. Hier hängt die Nikon die Sony nun eindeutig ab, wobei sich die Sony aber noch sehr gut schlägt, wenn man bedenkt, dass dies ein künstlich vergrößertes 3000 mm Foto ist.

Sony  Digital Zoom/Crop  auf 3000mm
Sony 600 mm
Nikon bei 3000 mm
Nikon P1000 3000 mm

Hier noch einmal das, was das menschliche Auge sieht oder besser nicht sieht. Was die Technik im Stande ist zu leisten, ist doch immer wieder erstaunlich.

Ausgangslage
50 mm Brennweite und dem menschlichen Auge am nähesten

Spasseshalber noch ein Extremvergleich. Das Handy Foto digital auf die Blätter gezoomt wie oben, sieht dann so aus 😉

Huawei P20
Huawei P20 Pro digital vergrößert, um auch die Blätter darzustellen

Maximal Zoom Bereich Teil 2

Jetzt ein Maibaum der 550 m weit entfernt steht. Zuerst ein Foto mit der Sony mit Maximalzoom von 600 mm. Der Kranz oben ist schon ziemlich klein.

Maibaum in 550 m

Als nächstes das Foto mit der Nikon mit 3000 mm Brennweite. Hier ist alles formatfüllend.

Maibaum in 550 m

Und nun das Foto der Sony auf den gleichen Ausschnitt mit Photoshop ausgeschnitten. Die Sony schlägt sich dabei noch ganz gut, wenn man bedenkt, dass das Foto nur digital vergrößert wurde und „nur“ mit 600 mm Brennweite aufgenommen wurde.

Maibaum in 550 m

Noch zum Spass und unfair, aber das gleiche mit dem Huawei Handy

Maibaum in 550 m

Anmerkung/Foto zum extremen Telebereich

Auch Fotos der Nikon P1000 mit 3000 mm Brennweite können noch ansehnlich sein, wenn genügend Licht vorhanden ist. Es wird dabei immer auf Blende 8 abgeblendet. Die Qualität hätte ich ehrlich gesagt nicht erwartet.

3000 mm Brennweite
Nikon P1000 mit 3000 mm Entfernung ca. 75 m

Nahbereich

Nun die Aufnahmen von Blumen und Insekten. Bei der Olympus habe ich wieder das 12 – 40 mm ohne spezielles Makro Objektiv verwendet.

Nahbereichsfoto im Kameravergleich
Olympus 40 mm

Bei den Aufnahmen der Olympus war die Fliege leider schon verschwunden und wir müssen, wie bei der Sony auch, ohne sie auskommen. Die Olympus und Sony nehmen sich nicht viel. Beide liefern ein detailreiches Foto. Rein subjektiv gleichwertig.

Nahbereichsfoto
Sony RX-10 IV

Die größte Überraschung hier: Das Handy macht Aufnahmen, die sich nicht hinter den anderen verstecken müssen. Rein technisch ist das Foto schlechter, denn die Schärfentiefe ist so gering, dass nur ein sehr kleiner Bereich scharf wird. Auf Grund des Motivs, der Schwebefliege, tritt dies aber wortwörtlich in den Hintergrund. Diese ist knackig scharf, wie man es sich wünscht. Von der Blume ist dafür leider nicht mehr viel zu sehen. Hätte ich auf die Blume scharf gestellt, wäre es umgekehrt und die Fliege nur schwer zu erkennen.

Nahbereichsfoto
Handy Huawei P20 Pro

Hier ist die Nikon besser. Schwebefliege und Blüte sind noch scharf abgebildet. Bei den Details der Blume schwächelt sich aber leicht.

Nahbereichsfoto
Nikon P1000

Zusammenfassung Nahbereich.

Mit allen vier Kameras sind gute Fotos im Nahbereich zu erstellen. Die meisten Möglichkeiten und Details bietet die Olympus, gleichauf oder gefolgt von der Sony. Danach kommt die Nikon und das Handy bildet das Schlusslicht. Das heißt aber nicht, dass die Fotos des Huawei nicht brauchbar oder schlecht wären, wie man sieht. Ich war über die Qualität im Nahbereich sehr positiv überrascht. Hätte man nur die Olympus, könnte man natürlich das Fokusstacking oder ein Makroobjektiv verwenden und dann Extrem-Makro-Aufnahmen in professioneller Qualität erstellen. Dies ist mit den anderen drei Kameras definitiv nicht möglich, egal wie man es auch anstellt.

Zum Nahbereich noch ein paar Fotos und Bemerkungen

Die Nikon kann sehr schöne Fotos im Nahbereich erzeugen, wenn man den speziellen Makromodus zwar einschaltet, dann aber von weiter weg hin zoomt. Hier zwei Fotos, aufgenommen mit 600 und 450 mm Brennweite zur Demonstration. Ich finde dagegen gibt es wirklich nichts zu sagen.

Kamera Vergleich
Nikon P1000
Kamera Vergleich
Nikon P1000

Mit dem Handy sind sogar Aufnahmen wie die Fliege im Flug möglich, wenn man ein wenig mit dem Fokussieren übt und die Einstellung „zum Aufnehmen tippen“ verwendet.

Huawei P20 Pro

Normalaufnahmen“ mit 50 mm

Zum Schluss die Fotos der „Normal Aufnahme“ mit ~50 mm Brennweite. Bei diesen Aufnahmen sollte es eigentlich die geringsten Unterschiede im Kamera Vergleich geben, da alle diesen Bereich beherrschen wollen und sollten.

Hier das Ausgangsfoto. Mit allen Kameras erstellt mit Blende 8 und 50 mm Brennweite. Das Huawei habe ich im 40 MP Format aufgenommen.

Ausgangsfoto mit allen Kameras aufgenommen

Nun hinein zoomen auf den mittleren Bereich.

OLYMPUS OM-D E-M5 II
Sony RX 10 IV
Huawie P20 Pro
Nikon P1000

Zusammenfassung Normal Foto

Wie man sieht, und es auch zu erwarten war, liegen die Kameras beim „Normal-Foto“ dicht zusammen. Das detaillierteste Foto liefert hier die Olympus, gefolgt von der Sony, dann folgt das Handy und Schlusslicht ist das Nikon „Fernglas“. Alle Fotos/Kameras sind aus meiner Sicht aber ohne Einschränkungen für diese Normalverwendung brauchbar, aber es ist nicht sinnvoll für diese Kategorie extra die schwersten mitzuschleppen. Würde ich ausschließlich nur in diesem Bereich fotografieren, bräuchte ich außer dem Handy keine extra Kamera mehr.

Fazit

Wie schon vermutet, können im direkten Kamera Vergleich die Kameras in den Kategorien punkten, für die sich maßgeblich gebaut wurden. Einen All in One Sieger kann es daher nicht geben. Die flexibelste und von der Qualität am überzeugendsten ist noch die Olympus. Sie dominiert den Normal, Nah- und Mittelbereich und auch bei den Teleaufnahmen schneidet sie nicht schlecht ab, auch ohne ein mögliches Teleobjektiv zu benutzen. Der Makro- und hochauflösende Modus wurde noch nicht mit betrachtet und bräuchte noch weitere Pluspunkte (nicht im Vergleich). Sie ist dazu, bis auf das Handy, die leichteste und portabelste Kamera.

Die Sony wiederum kann durchgehend von Nahbereich bis 600 mm gleichbleibend gute Fotos erzielen. Sie würde noch weiter punkten in der Geschwindigkeit des Autofokus und der Serienbildfunktion (nicht im Vergleich). Die für mich ideale Reisekamera oder für Wanderungen.

Das Huawei P20 Pro ist nicht primär eine Kamera, kann aber bei normalen Fotos und sogar im Nahbereich sehr gute und erstaunliche Resultate erzielen. Bei ihr könnte man noch die guten Low-Light Fotos hervorheben (nicht im Vergleich).

Die Nikon P1000 ist gut geeignet für Nahbereichsaufnahmen und alles was über den Brennweite von 1000 mm hinausgeht. Für alle anderen Themen sind die anderen einfach besser bzw. ist sie dafür dann zu unhandlich und zu schwer. Sie bietet daher die wenigsten Möglichkeiten und ist auch sehr langsam und klobig. Der Autofokus ist sehr gewöhnungsbedürftig, wenn nicht sogar nervend. Im extremen Telebereich gibt es jedoch selbst im Profibereich nicht so schnell etwas äquivalentes. Wenn man den Preis mit einbezieht ist sie da aber konkurrenzlos.

Damit habe ich in diesem Blog und Kamera Vergleich jetzt auch ausreichend die Frage beantwortet, warum ich davon drei bzw. vier, wenn man das Handy dazu zählt, „brauche“ 😉

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